Als Mann sehne ich mich auch heute mit 39 Jahren noch nach der Liebe der Mutter. In der Ehe suche ich in meiner Ehefrau den Mutterersatz. In der Literatur spricht man hier dann von einem “Muttersöhnchen”. Grrr, klingt nicht so toll und möchte ich so schnell wie möglich los werden.

Bei den Muttersöhnchen-Ehemännern besteht ein hohes Level an Bedürftigkeit nach Anerkennung und Liebe. Dies zeigt sich (auch bei mir) durch ein hohes Maß an Unsicherheit. Der Mann kann nur wenig selber machen und benötigt für Alles die Bestätigung seiner Ehefrau: “ist das genügend Essig am Salat?”, “ist das das richtige Putzmittel?”, “sind 5 Semmeln ausreichen für das Frühstück”, “verstehe ich nicht, kannst du mir das erklären?”, “passt das Hemd zur Hose?” und viele weitere Fragen.

Es ist nicht die Aufgabe meiner Frau diese Bedürftigkeit zu stillen. Ich muss mir dieser Bedürftigkeit erst mal selber bewusst werden und diese dann selber füllen. Mindful Self Compassion (MSC) hat mir erste Impulse gegeben mich selber zu lieben und unabhängig von meiner Mutter zu werden. Heute beobachte ich mich selber wie oft ich meine Frau etwas frage und nutze dies als Barometer für meine Unsicherheit.